Diagnose

Diagnose

Morbus Crohn macht sich durch sehr unterschiedliche Beschwerden in verschiedenen Körperregionen bemerkbar. Es gibt keinen Test, der Morbus Crohn aussagekräftig nachweisen kann. Es sind mehrere Untersuchungen notwendig, um Morbus Crohn eindeutig zu diagnostizieren.

Notwendige Untersuchungen

Folgende Untersuchungen sollten vom behandelnden Arzt zur Diagnosestellung durchgeführt werden:

Besprechung der Krankheitsgeschichte

Die Grundlage Ihrer ärztlichen Behandlung ist die sogenannte Anamnese, also die Besprechung Ihres aktuellen Gesundheitszustandes und Ihrer Krankengeschichte.

Folgende Fragen wird Ihr Arzt Ihnen stellen:

  • Wann sind Ihre Beschwerden aufgetreten?
  • Wie sehen Ihre Stuhlgewohnheiten aus? (Farbe, Häufigkeit, Blut- oder Schleimgehalt, Konsistenz etc.)
  • Welche Vorerkrankungen hatten Sie?
  • Waren Sie kürzlich auf Reisen?
  • Welche Arzneimittel nehmen Sie ein?
  • Wie sehen Ihre Lebensgewohnheiten aus? Haben Sie viel Stress? Wie ernähren Sie sich?
  • Sind in Ihrer Familie Darm-Beschwerden häufig oder Erkrankungen des Verdauungstraktes diagnostiziert worden?

Je genauer Sie sich auf dieses Gespräch vorbereiten, umso besser ist das Bild, das Ihr Arzt von Ihren Beschwerden bekommt. Dies ist besonders wichtig, da es das weitere medizinische Vorgehen stark mitbestimmen kann.
 

Tipp: Ein Arztbesuch kann ziemlich aufregend und stressig sein. Nehmen Sie zu Ihren Arztgesprächen einen Notizblock mit, um sich im Gespräch Notizen zu machen. So vergessen Sie nichts.

 

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt Ihren Bauch durch Abhören, Klopfen und Tasten sorgsam untersuchen. So gelingt es ihm, eventuell auftretende Druckschmerzen oder Verhärtungen aufzuspüren. Bei einer rektal-digitalen Untersuchung tastet der Arzt vorsichtig mit dem Zeigefinger den Enddarm ab, um genauere Aussagen über den Afterschließmuskel, Enddarm und die Stuhlbeschaffenheit treffen zu können.

 

Laboruntersuchungen

Hinweise auf entzündliche Ursachen der Beschwerden liefern Laboruntersuchungen. Ihr Arzt wird einerseits besonders auf jene Werte achten, die Entzündungsvorgänge in Ihrem Körper anzeigen, wie eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen oder eine erhöhte Konzentration des C-reaktiven Proteins (CRP). Andererseits wird er Hinweise auf Durchfälle mit Blutverlust ernst nehmen (z. B. angezeigt durch niedrigen Hämoglobingehalt). Zusätzlich kann im Rahmen eines Blutbildes auch ein etwaiger Vitamin- oder Eisenmangel diagnostiziert werden.

 

Bildgebende Verfahren – Ultraschall, Röntgen und Co.

Bildgebende Verfahren, wie Röntgenuntersuchungen, Magenspiegelungen, Darmspiegelungen, Ultraschalluntersuchungen, Magnetresonanz- und Computertomographie oder Videokapsel-Endoskopie, sind Methoden, die bei Morbus Crohn häufig zum Einsatz kommen. Bei einer Endoskopie wird ein Schlauch mit einer Kamera in Ihren Körper eingeführt, um die Organe genauer zu betrachten. Die Endoskopie ermöglicht es dem Arzt auch, während der Untersuchung kleine Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen, um die bei Morbus Crohn typischen Veränderungen auch mikroskopisch nachzuweisen.
Je nach Fragestellung liefern all diese Untersuchungen wichtige Hinweise zu Veränderungen der Darmschleimhaut sowie zum Fortschritt der Entzündung.

 

Tipp: Beginnen Sie schon möglichst früh alle Ihre Unterlagen und Befunde in einer Mappe zu sammeln und chronologisch zu ordnen. Zusätzlich ist es auch ratsam, eine Art Tagebuch über den eigenen Gesundheitszustand zu führen, um Veränderungen möglichst früh zu erkennen oder später besser nachvollziehen zu können.

 

Langsch R., Zillessen E. (2009). Morbus Crohn - Colitis ulcerosa (2009): 213 Fragen und Antworten für Betroffene und ihre Angehörigen. Band 1 der GRVS-Schriftenreihe, Gesellschaft für Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, Pabst Science Publ.

Leone, S. u. a.: ECCO-EFCCA Patient Guidelines on Ulcerative Colitis (UC)
https://www.ecco-ibd.eu/publications/ecco-efcca-patient-guidelines/cd-pa... (abgerufen am 26.02.2018)

 

Artikel

Rauchen

mehr erfahren

Artikel

Krankheitsverlauf

mehr erfahren