Häufigkeit

Häufigkeit

In den letzten 80 Jahren ist weltweit eine Zunahme der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu beobachten. Besonders die Anzahl der Morbus-Crohn-Betroffenen steigt weltweit an.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Die Wahrscheinlichkeit an Morbus Crohn zu erkranken, ist für Frauen und Männer annähernd gleich hoch.

Eine eindeutige Häufung dagegen gibt es beim Alter, in dem Morbus Crohn erstmalig auftritt: Oft beginnt er zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr und damit in einer Lebensphase, in der für viele Menschen Ausbildung, Berufseinstieg, Partnerschaft und Familienplanung im Vordergrund stehen und wichtige Lebensentscheidungen getroffen werden. Diese Zeit ist dementsprechend anspruchsvoll und fordernd für viele Menschen, was durch eine chronische Erkrankung wie Morbus Crohn noch weiter verstärkt werden kann. Aber auch Menschen im höheren Alter, Kinder und Jugendliche können an Morbus Crohn erkranken. Vereinzelt beginnt die Erkrankung sogar im Säuglingsalter.

Morbus Crohn – Häufigkeit in Österreich

Morbus Crohn ist neben der Colitis ulcerosa die am häufigsten auftretende chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Es wird geschätzt, dass in Österreich rund 30.000 bis 50.000 Menschen von einer der beiden Erkrankungen betroffen sind. Jährlich gibt es in Österreich 800 bis 1.000 Neuerkrankungen – etwa die Hälfte davon leidet an Morbus Crohn.

Morbus Crohn – Häufigkeit weltweit

Das früher oft diskutierte Nord-Süd-Gefälle aufgrund der wesentlich höheren Anzahl an Erkrankungen in Nordeuropa und Nordamerika ist statistisch nicht mehr eindeutig belegbar. Wissenschaftler vermuten, dass dies auf eine zunehmende Angleichung des Lebensstils (Ernährung, Bewegung, Hygiene etc.) zurückzuführen ist, wobei dies wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt werden konnte.

 

Atreya R., Neumann H., Neurath MF (2015). Update: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen; Dtsch Med Wochenschr; 140: 1762-1772.

Knoflach P. et al. (2014). Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Neues zur Ätiopathogenese. Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2014; 12(3): 7-10

 

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